Rückblick und Ausblick

(Werbung, unbezahlt und unbeauftragt)

Einen ähnlichen Post habe ich Anfang 2012 und 2014 schon einmal verfasst. Auch damals hat mich das Gefühl beschlichen, dass ich zu viel kaufe. Auch wenn sich mein Konsumverhalten seither geändert hat, bin ich immer noch der Meinung, dass ich hier an der ein oder anderen Schraube drehen kann. Obwohl ich mich bewusster entscheide und eher zu Gebrauchtem und fair produziertem greife, geht mir das gerade nicht weit genug. Da geht bestimmt noch mehr bei mir. Angeregt haben mich neben einigen Bücher, die ich gelesen habe, wie zum Beispiel „Mensch Erde, wir könnten es so schön haben“, „Zieht euch warm an, es wird heiß“, das ein oder andere Selbermach-Buch, auch die Tatsache, dass wir seit August nun einen Schrebergarten haben. Wir haben den Garten komplett mit Inhalt übernommen, auch die Laube. Hier haben wir es recht gut hinbekommen, aus dem, was wir haben, die Laube samt Inhalt zu gestalten. Wir haben die Möbel neu gestrichen und den Hausstand unseren Bedürfnissen angepasst. Zu der Zeit war ich froh, dass ich vieles im Keller hatte. So konnte ich Dinge austauschen, ohne etwas neu kaufen zu müssen. Die Sachen, die wir nicht nutzen wollten, wurden weiter gegeben oder eingelagert. Nur wirklich defekte Dinge sind zum Recyclinghof gewandert. Das hat mit bewusst gemacht, was alles geht – das möchte ich im Alltag wieder verstärkt in den Fokus rücken.

Daher wird mein persönliches Experiment aus den letzten Jahren fortgesetzt. Die Reihenfolge meiner Vorhaben ist willkürlich, sie sind mir alle gleich wichtig:

  • Bücher möchte ich tauschen oder gebraucht kaufen.
  • Wolle und Stoffe in 2022 mehr verarbeiten als neu kaufen
  • keine Paperterieartikel mehr, bis das letzte Notizbuch gefüllt ist
  • andere Materialien werden nur nachgekauft, wenn sie benötigt werden
  • Garderobe wird nur gekauft, wenn etwas ersetzt werden muss und dann möchte ich möglichst fair nachkaufen (öko, fair, gebraucht, selbst gemacht, bio)
  • so weit es geht, möchte ich regional kaufen
  •  „use what you have“ wieder stärker beachten
  •  Plastik möchte ich möglichst vermeiden
  • so weit es geht, möchte ich Obst und Gemüse im Garten anbauen

Außerdem soll schenken, leihen und tauschen noch mehr in den Blickpunkt rücken. Einige Gedanken zu Geschäften und Produkten habe ich mir schon gemacht und mir eine Liste erstellt.

Etwas, das ich zu Beginn des letzten Jahres begonnen habe, ist Müll zu sammeln. Mich ärgert es kolossal, dass es Menschen gibt, die alles einfach fallen lassen. Und irgendwann habe ich angefangen, einiges aufzuheben. Erst nur unmittelbar vor der Haustüre, dann hatte ich irgendwann eine Plastiktüte für Notfälle (als Handschuhersatz) dabei und mittlerweile gehe ich nicht mehr ohne wasserdichte Tasche aus dem Haus. Ich muss gestehen, ich sammel nicht immer und nur das, vor dem ich mich nicht ekel und selbst das war eine Menge. Hier mal die Billanz aus 2021 (nicht ganz vollständig, da auch Herr Maus irgendwann mit gesammelt hat und ich bestimmt nicht alles notiert habe:

85 Glasflaschen mit Pfand
74 Glasflaschen ohne Pfand
11 Plastikflaschen mit Pfand
12 Plastikflaschen ohne Pfand
9 Dosen mit Pfand
30 Dosen ohne Pfand
22 Haargummis
8 Tüten
und weit über 100 Teile, die ich mit sonstigem Kram notiert habe, hierunter fielen Metallteile, Kunststoffmüll, Kronkorken, Kinderspielzeug und so weiter. Kurioses wie ein zum Geschenk verpackter Keramikhase oder Geld war auch dabei. Die eingesammelten Teile habe ich entsprechend entsorgt oder gereinigt und weiter genutzt. Den Flaschenpfand haben wir gespendet, das geht hier im Getränkemarkt einfach mit dem Bon. Das werde ich in 2022 weiter machen, ganz zwanglos, einfach so.

Also, weiter geht es, auf in das nächste Jahr!

9 Replies to “Rückblick und Ausblick”

  1. Liebe Uta,
    da hast du Recht, der Konsum steigt gefühlt täglich. Leider machen sich da immer noch zu wenig Gedanken. Warum kann ich gelesene Bücher nicht wieder zum Buchladen bringen? Da könnte es dann doch eine Ecke mit gelesenen Büchern geben. Da muss ich mir wirklich mal Gedanken machen. Wo kaufst du deine Bücher… es geht mir dabei nicht ums Geld. Sondern um den Gedanken des wieder benutzen. 😁

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

    1. Liebe Andrea, mir geht es genauso. Eher nicht ums Geld, sondern um das weiter verwenden und Recourcen schonen. Viele meiner Bücher tausche ich über Tauschticket, gebraucht kaufe ich meist online bei medimox oder über amazon, her versuche ich dann zu schauen, dass ich über Händler das kaufe, was ich suche. Vor Ort nutze ich Bücherschränke oder auch schwarze Bretter , lieben Gruß Uta

    2. Ich bin da ganz bei euch und ärgere mich täglich. Vor allem weil bei uns in Österreich der Pfand auf Plastikflaschen und Dosen erst eingeführt wird. Hätte schon längst geschehen können. Die gelesenen Bücher nimmt bei uns gerne eine Stadtbücherei an und wenn sie das Buch nicht brauchen können, dann gebe ich beim Projekt WAMS (Caritas) ab und dort werden diese Bücher dann günstig wieder verkauft und kommt der Erlös sozialen Zwecken zugute.

  2. Dein Rückblick und vor allem deine Vorhaben, auf was du alles achten willst um Ressourcen zu schonen, animiert zum mitmachen. Das habe ich heute noch gedacht, als ich zwei Adventsgestecke auseinander genommen habe, dass sie tatsächlich fast ohne „neu kaufen“ ausgekommen sind. Nur den Ton, in den ich die Zweige (von Omas Baum) stecke, musste ich neu kaufen. Die Dekoteile hatte ich alle und habe sie auch jetzt wieder in die Dekokiste für nächstes Jahr getan. Auch die verschiedenen Teller werden wieder verwendet.
    LG Moni

    1. So versuche ich es auch oft. Die Dekosachen gehen ja doch eher selten kaputt und werden viel zu oft einfach nur ausgetauscht, weil sie nicht mehr gefallen. Ich habe im Freundeskreis mal mit einigen Frauen darüber gesprochen und nun tauschen wir die Deko auch untereinander mal aus oder verleihen sie. So hat jede mehr Auswahl und muss trotzdem nicht neu kaufen.

  3. Liebe Muschelmaus, du bist gut im neuen Jahr gelandet, wie ich sehe.
    Ich stelle fest, dass extrem viele Masken überall rum liegen. Das ärgert mich auch sehr.
    Rund ums Haus sammeln wir auch, das sind meist „nur“ vereinzelt ZIgarettenstummel oder etwas, das beim Tonne leeren nicht im Müllauto gelandet ist. Vor paar Tagen war es ein leerer Joghurtbecher.
    Fast nie liegen hier Pfandartikel rum, da gibts genug Personen, die das einsammeln.
    Kleidung trag ich übrigens auch, bis sie mir buchstäblich vom Leibe fällt.
    Und nicht mehr benötigte Bücher landen in den Bücher-Telefonzellen.
    Aktuell trenne ich mich von zu klein gewordenen Kindersachen. Im Umkreis gibts mehrere jüngere Kinder, wo ich die Sachen nach und nach hin gebe.
    Ich les gerne mit und lass mich inspirieren.
    LG von TAC

    1. Die Masken sind echt ein großes Ärgernis, da traue ich mich nicht, die einzusammeln. Bisher, ich überlege gerade, mir eine Müllzange zu besorgen, dann könnte man die kontaktlos einsammeln……

  4. Liebe Uta,
    Oh ja, du hast ja so recht. Wir kaufen viel zu viel. Ich habe mir auch angewöhnt, Bücher gebraucht zu kaufen, z.B. medimops. Letztes Jahr hatte ich sehr viele Bücher gespendet, die sie dann verkaufen können auf einem Basar oder für die Bewohner benutzen. Die Bewohner sind z.B. behinderte Menschen, die zusammen leben und auch arbeiten.
    Wir versuchen auch Müll zu vermeiden, wo es geht, trotzdem geht da noch was.
    Ich verwende viele leere Dosen oder Verpackungen zum Basteln oder um Bastelmaterial aufzubewahren.
    Wir haben auch schon seit einigen Jahren einen künstlichen Weihnachtsbaum und auch eine künstliche Girlande. Das hat auch den Vorteil, dass sie nicht nadeln.
    Das Buch „Mensch Erde-wir könnten es so schön haben“ steht auch noch auf meiner Liste.
    Ich freue mich immer, wenn ich auf einen der Blog einen weiteren Tipp lese, wie man mit den Ressourcen nachhaltig umgehen kann, denn manchmal braucht es einen Anstoß.

    LG Heike

    1. Ich lese auch viel zu diesen Themen, um noch mehr Ideen zu finden, wo noch was gehen könnte. Manchmal denke ich, wir müssten auch mal zurück schauen, unsere Großeltern haben noch viel nachhaltiger gelebt als wir heute.

Schreiben Sie einen Kommentar